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26.07.2008 Swiss Alpine Davos K21 (+680 m/-190 m)

Ich düste eine Woche zuvor schon mal in die Berge nach Zermatt: traumhaftes Bergwetter und zu meiner Freude endlich mal das Matterhorn ganz ohne Wolken (gibt es also nicht nur auf der Ansichtskarte). Zeit zum Wandern, Zeit zum Lesen und Zeit zum Diskutieren über Laufstrategien mit meinem Lauftrainer. Mir ging es prächtig, obwohl ich schon etwas schnaufen musste, wenn wir in 2000m Höhe noch steile Anstiege hinaufstapften, habe das Bergwandern aber sehr genossen. Mein Lauftrainer hingegen fing an, über seine zippende Achillessehne zu klagen....na wenn das mal gut gehen würde mit seinem geplanten Start in Davos über 78 km.
Mitte der Woche wechselten wir den Standort ins beschauliche Bergdorf Bergün. Auf dem Zeltplatz trafen wir dann auch gleich andere Laufkollegen und die Zeit verging im Fluge mit läuferischen Fachgesprächen. Ich bin nicht mehr gerannt, das wandern die Berge rauf und runter reichte mir aus, mein Lauftrainer testete noch rennend den Anstieg von Chants Richtung Keschhütte, um zu sehen, was Achilles dazu sagen würde.
Das Wetter war noch arg wechselhaft, sollte zum Wochenende aber trocken werden - na dann mal los!

Samstag Morgen 8h Start der K78, K42, C42 und K31 Läufer - mein Trainer und die Kollegen vom Zeltplatz alle putzmunter unterwegs auf ihren Strecken. Und ich konnte mich noch bis mittags um 13h gedulden.
Anfahrt nach Klosters, umziehen, Tasche am Transport abgeben und warten.....warten auf eine freie Dixibox......warten auf den Zugtransfer zum Start.....in der gleißenden Mittagssonne auf der Sunnibergbrücke warten auf den Startschuss.....um dann endlich mal ein wenig loszutraben und nach der Brücke gleich wieder zu warten, dass sich der Läuferstau an der ersten heftigen Steigung auflöst.....und dann doch noch etwas durch die Berglandschaft traben.
Aber eigentlich war mir schon vor dem Start klar, dass dies nicht mein Lauf werden würde, denn wenn ich etwas gar nicht vertrage, dann ist es direkter Sonnenschein auf meinem Haupt. Da bin ich furchtbar sensibel, weshalb ich schon auf das modische Cap verzichtet habe und mit meinem special Sonnenhut (Stoff mit Lichtschutzfaktor 40) am Start stand. Aber die paar Minuten in der Sonne reichten mir, um die mögliche Zielzeit mal ganz flott nach oben zu korrigieren. 20 Minuten später, immer noch in netter Mittagssonne laufend, galt es eine Entscheidung für mich zu treffen: mich weiter laufend den Berg hinaufquälen und hinnehmen, irgendwann aus den Laufschuhen zu kippen oder das Tempo komplett rauszunehmen....ich entschied mich dann dafür bis ins Ziel zu WALKEN, denn Zeit war ja genug, da die Walker nach uns starten würden.
Läuferisch leider ein völliges Desaster, aber ich bin dann frohen Mutes nach Davos gewalkt und habe das Ziel erreicht, ohne meinen Kreislauf total zu überfordern, begegnete unterwegs vielen netten Menschen - Läufern wie Walkern wie Zuschauern, und musste weder am Abend noch tags drauf über irgendwelche Zipperlein in den Beinen klagen (so ausgeruht kamen die nämlich noch nie durch einen Wettkampf)
Die Kunst des Glücklichseins ist es, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen - und dies war nun ganz eindeutig nicht mein Lauftag, aber dennoch ein schöner Wettbewerb!
Immerhin ist mein Lauftrainer in für ihn passabler Zeit und unverletzt nach 78km ins Ziel gekommen, die Kollegen vom Zeltplatz auch.
Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei, denn es ist einfach eine superschöne Veranstaltung!

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super! Ist doch besser, du

super! Ist doch besser, du walkst, als daß du im KKH oder gar in der Kiste endest!Wo steht, daß man die ganze Strecke laufend bewältigen muß?????
Ich bin mal gespannt, wie`s mir im Allgäu ergehen wird.
Astrid

Gesundheit geht vor

Hallo White Tara,

es war richtig, auf die Signale des Körpers zu hören, denn alles andere wäre doch erzwungen gewesen. An die evtl. Folgen möchte man dabei mal lieber nicht denken. Beim Stuttgart-Lauf lief's bei mir übrigens auch nicht, wie zunächst erhofft. Ursprünglich wollte ich meine Zeit in Freiburg toppen, doch die Hitze war schon vorauszusehen, so dass ich bereits beim Warten auf den erlösenden Startschuss, mein Vorhaben aufgab und letztendlich 8 min. langsamer war. Die eigene Gesundheit war mir in diesem Moment wichtiger, so dass ich dann lieber eher locker lief, anstatt mich von einem Sani wegtragen lassen zu müssen.

Das mit der Kunst des Glücklichseins sehe ich genauso wie du. Es gibt Tage, an denen es in jeder Hinsicht super läuft und an anderen Tagen geht alles schief. Was soll's, nach einer Bauchlandung steht man auf und geht weiter. Es kommen auch mal wieder bessere Zeiten.

Auch wenn's nicht so lief, wie ursprünglich erhofft, bist du weiterhin fit und der nächste Lauftag kann kommen.

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

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