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Vorgeschichte:
Auf geht's zum Klassiker. Zu meinem zumindest. Nachdem meine Triathlonsaison irgendwie im Sande verlief - wie schon die Vorbereitung, habe ich es doch noch geschafft, wenigstens eine OD dieses Jahr und die Götter des Triathlons - sprich den Wasser-, den Radfahr und den Laufgott gründlich zu beleidigen. Schließlich grenzt meine Vorbereitung ja schon nahe an Gotteslästerung. Das letzte mal sass ich im Mai auf dem Rennrad, ansonsten bin ich leider nicht viel auf dem Trekkingrad rumgeöttelt. Nachdem die Freibad- und Schwimmbadgötter nur kurze Sprechzeiten haben, wurde es natürlich nichts aus kontinuierlichen Training. Mal zwei, drei mal die Woche, dafür dann 3-4 Wochen Pause. Um wenigstens den Laufgott gnädig zu stimmen habe ich mit Ihm einen göttlichen Pakt geschlossen - wenn ich 3-4 mal die Woche auf durchschnittlich 20 km komme, dann wird er einmal die Sonne für mich scheinen lassen. Davor kam aber die Rache des Schwimm- und Radfahrgottes. Erst in Form von Regenwetter und knapp über 10 Grad (Stadttriahtlon München), dann das Fußballturnierterminkolisiontsgesetz welches besagt, dass Fußballturniere der Söhne grundsätzlich zeitgleich mit Alpentriathlons stattfinden. Und zum Schluß wurde ich sogar mit einer Lungenentzündung gestraft - und der Absage von Karlsfeld. Nach dieser harten Prüfung, sagten mir die Götter einen tollen Wettbewerb voraus. Mit großen Zweifeln ging ich die Sache an. Kann man eine Woche nach überstandener Lungenentzündung (OK, die war nicht schwer, aber dafür halt langwierig) schon wieder Leistung bringen? Eine leicht umgestaltete Taperingwoche mit 2 mal Schwimmtraining, 3 mal Lauftraining und 10 km Radfahren zeigte zumindest in die richtige Richtung.

Prolog:
Morgens liessen die Götter - es muss wohl der Wassergott gewesen sein, nochmal ordentlich die Donner spielen - dafür war er den Triathleten mit gütigen Wassertemperaturen sehr wohlgesonnen (zum ersten mal seit 4 Jahren kein Neoverbot). Ein Triathlontag darf ja nicht trocken bleiben...
Aber glücklicherweise war das Donnerwetter nur bei mir zuhause (naja nicht direkt natürlich - der Rest hat noch geschlafen), bis ich am Wörthsee ankam, war lockerte sich die Bewölkung schon auf. Also eingecheckt - viel braucht man ja an so einem Tag nicht (Sonnenbrille, Essen, Trinken, Schuhe, Helm, Startnummer).
als interessantes Detail wurde noch ein Überholverbot auf der Radstrecke ausgesprochen - zumindest auf 500 m Länge - bei 12% Gefälle und anschließender enger Kurfe mag das sicher Sinn machen - da soll es auf anderen Strecken ja schon schlimme Unfälle gegeben haben.

1. Akt
Zu weit vorne und zu mittig eingereiht. Nach einem kurzen Hauen und Stechen, bei dem ich praktisch überrollt wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als kurz ein Stossgebet gen Himmel zu schicken, damit den Rest überstehe. Naja, vielleicht sollte man doch etwas langsamer schwimmen, dann muss man nicht ausschnaufen. Ansonsten war die Strecke natürlich wie jedes Jahr zu lang. Vielleicht waren es aber auch nur meine Umwege, wegen einer beschlagenen Brille. Mit 31 Minuten war das verhinderte Absaufen dann beendet. Und der lange Weg zur Wechselzone begann (nur Lauingen ist noch weiter... - aus dem Strandbad raus, am Biergarten entlang, am Yachtclub vorbei, über einen Dorfplatz, einmal ums Bürgerhaus und schon ist man da...).

2. Akt
Möglichst unelegant vom Neopren gelöst und Schuhe angezogen ging es schon los auf die Strecke. Um den Radgott gnädig zu stimmen, war meine Vereinbarund, dass ich die ersten 20 km die Beine hochnehme. Anders hätte ich die vielen kleinen Anstiege ohne Krämpfe auch nicht überstanden. Ich habe mich so in 10-15 m Entfernung an irgendwelchen Leute orientiert - um ja nicht zu schnell zu werden. Auch das Kopfsteinpfaster war schnell vergessen. Auf einer längeren Abfahrt dann noch den Puls runtergedrückt um dann am Schöngeisinger Berg (1km mit 12%) einige stehen zu lassen. Ja so mag ich dass, Berge hoch war schon immer meine Leidenschaft. Danach war auch das Selbstvertrauen da, und ich begann etwas mehr reinzutreten. Nach 1:16 (inkl. beider Wechselzeiten) und 39 km war dann alles mit einer schönen Abfahrt zum Wörthsee schon wieder vorbei (ich liebe immer wieder diese Ausblicke auf den tief unten liegenden See mit den anschließenden Hügeln - leider heute ohne Alpenblick). Wieder war ein Gott gnädig mit mir - dieses mal der Radgott.

3. Akt
als kleine Bestrafung des Laufgottes (der mich dieses Jahr immerhin auf unter 40 min auf 10 km kommen liess) hat sich dieser zu Beginn gleich eine Treppe überlegt. Damit es nicht zu leicht wird, müssen auf den ersten beiden KM zudem noch einige kleine Steigungen überwunden werden. Da hatte ich das erste mal das Gefühl, dass mir meine Lunge platzt. Ein kleines Andenken an meine Lungenentzündung. Aber es ging noch (weil ich mir gesagt habe, falls ich irgendwas spüre höre ich sofort auf). Endlich auf dem Plateau kam das erste mal etwas Gegenwind und Hitze auf (das erste Stück ist komplett im Wald). Dazu war der Feldweg in einen gräßlichen Zustand - total grober wenig verfestigter Kies. Optimal für abgelatschte Lightweight Schuhe. Was ich dann zur Halbzeit noch nicht so ganz verstanden habe ist, was Schwammweitwurf oder sogar das mitnehmen von Schwämmen mit den Triathletengöttern zu tun hat. So nach 6-7 km habe ich mich dann total Platt gefühlt - vielleicht hätte ich doch einen Schwamm mittragen sollen. Da kamen auch so Ideen, wie angreifbar man in dem Moment wäre (wie bei dem Wettkampf auf die Zugspitze) - es ginge einem genauso. Dann noch den letzten Anstieg hochgeschlichen (besser kann man das wirklich nicht mehr nennen), um dann die letzten Meter wieder runter zum See zu trudeln. Vollkommen am Ende und zu keinem Zielspringt mehr fähig kam ich nach 45 min wieder im Strandbad an.

Abschluß
Um auch in Zukunft weitere schöne Wettkämpfe zu haben, liess der Veranstalter häßliche Finisher-T-Shirts in schlechter Qualität drucken (Quietschgrün und ohne Datumsangabe) - welche trotzdem einen Ehrenplatz als Reliquie im hintersten Eck des Kleiderschranks bekommen werden. Außerdem wurde guter Kuchen, Bananen und Melonen als Opfer für die Triathlongötter erbracht.
Nach 3 Stück Kuchen, Getränken, ruhigem Planschen im Wörthsee (der mindestens 5 gefühlte Grad kälter war als am morgen) war ich aber schnell wieder fit und glücklich über die für mich gute Zeit von 2:33. Hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Trainingszustand schaffen würde (gerechnet habe ich so mit 2:40). Überrascht hat mich auch, dass der Sieger die 2h Marke genknackt hat.

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Held!

Bist ein Held. Respekt! Spannender Blog.
swim, bike, jog on ra1

Ha, ha,..

...und ich weiss jetzt, dass der Wörthsee nicht der Wörthersee ist.

Lungenentzündung, das ist ja wirklich nicht schön. Hoffentlich hast du sie ganz auskuriert! Ja, sonst hattest du dieses Jahr ja genug um die Ohren :)

Schönes Ding schöne Zeit und wie gesagt, näxtes Jahr Sub 2:30 Std. ist doch drinnen.
Schön auch, dass das Wetter mitgespielt hat und ihr, nach dem Schwimmen, einen trockenen Wettkampf hattet. Ich wunder mich nur immer wieder über den Wind, den gibt es doch nur im Norden ;)

Also alles Gute =:o)

I'm not big boned, I'm fat

ein verweichlichter Süddeutscher

empfindet einen Lufthauch als Wind...

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