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Benutzerbild von Etu58

Wenn mir heute morgen beim Frühstück jemand meine heutige Laufstrecke offeriert hätte, hätte ich diesem mal dezent den Vogel gezeigt.

Mein Plan war eigentlich nur langsam und lange laufen.

Um 11:30 Uhr bin ich los, dann ging es 1:20 Std. nur bergauf. Mein Hausberg Rüsler und seine Geschwisterberge waren mein Ziel. Ja, langsam kann man am Berg laufen, da kommt mir der Fluchtreflex nicht in die Quere, der dann wieder die pace drückt.

Oben angekommen offenbart sich mir als Lohn ein einzigartiges Alpenpanorama. Föhnlage, wie schon so oft die letzten drei Wochen.

So ein bisschen weiter will ich schon noch, 10,5 km und der anschliessende Ablauf sind mir etwas zu wenig. Jetzt wird die Strecke sehr urig. Teilweise führt sie zwischen Bäumen durch, da passen keine zwei Füsse neben einander.

Mountainbiker lieben dieses Stück. Und wegen so einem muss ich auch zur Seite ausweichen, komme etwas aus dem Gleichgewicht, rudere mit den Armen und touchiere den Stacheldraht-Weidezaun. Autsch, Blut, weiterlaufen, während des Laufens ein Taschentuch um die Finger wickeln. Nach einem weiteren KM kann ich es wieder abnehmen, die Blutung steht, drei tiefe Wunden in zwei Fingern.

Nach KM 13 trete ich den Rückweg an. Alles auf gleicher Strecke zurück, wäre einfach zuviel. Ich überlege, die Passstrasse als Abkürzung zu nehmen. Unterwegs hätte ich am liebsten ein paar Wanderer angebettelt, ob sie wenigstens ein Stückchen Apfel für mich hätten, aber der Stolz siegte.

Zwischendrin ist mir klar geworden, heute läuft es super, ich könnte mich mal wieder an einen HM wagen.

Meine letzten liegen bis in den Herbst 2008 zurück, danach war nur noch ein WK in 2009 mit 15 Kilometern möglich.

Meine Verletzungsserie hatte mir durch alle WKs einen Strich gemacht.

Gestern hatte ich schön meine Physio gemacht für Bauch, Rücken, Hüfte und meine anhängliche Achillesgeschichte.

Heute war ich total locker und es lief einfach.

Zuhause angekommen, habe ich mir erst mal ne heisse Wanne gegönnt, mein Brot beim Baden verspeist.

Meine Zahlen: 21,15 KM

709 positive Höhenmeter

pace:8:40

durchschn. Puls 77 %, max. P 87 %

Und die Moral von der Geschicht, ich weiss jetzt, dass ich es noch kann und das war mir wichtig.

1
Gesamtwertung: 1 (5 Wertungen)

positive Höhenmeter

Ich muss noch ganz viel üben, damit dieses kleine Wörtchen positiv bei mir mal davor stehen kann. Und über die Zahl 709 mag ich gar nicht nachdenken, ich komme bei weitaus weniger ins Grübeln, ob ich da wirklich weiterlaufen möchte.

Aber dein Puls bei der Strecke beeindruckt mich doch sehr.

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

der berg

kann ich sehr gut nachempfinden. Habe in den letzten beiden monaten vier plus zwei mal den bettlersteig im wilden kaiser/tirol gemacht. ist von der länge etwa vergleichbar -je nach variante zwischen 20 und 25km (bei den plus zwei allerdings 40 und 71km)- von den höhenmetern nicht direkt: ca 1300, aber die teilen sich in zwei abschnitte und bei der variante, welche im uhrzeigersin geht, sind noch mehr als 1200 stufen zu überwinden, aber das ist beim berglauf ja schon fast normal. ein mal davon bin ich mit meinen madlzz gelaufen 25km, 1300hm und viell nur 200 stufen bergauf. da lag die pace bei 8:18, also durchaus vergleichbar. während rosina noch wohlauf war, war moni ziemlich fertig, weil sie zwischendurch mit´nem affenzahn durch die gegend gerannt ist. ich kann gut mit dir mitfühlen und wenn du des öfter gemacht haben wirst und gut eingeteilt, lehnst dich nach dem lauf erholt und entspannt zurück.
lg, ibjuedes weiss-blau (der mit dem berg tanzt)

Gratuliere!

Ja, ich hab ja vor dem Albmarathon auch fast den Mt. Everest bestiegen. Nicht am Stück und auch nur virtuell, versteht sich. Und das als Flachlandtirolerin. War am Anfang ganz schön schwer, sich an die positiven Höhenmeter zu gewöhnen. Am Ende hat es sogar Spaß gemacht, besonders am Üetliberg und auch am Rechberg beim Albmarathon. Aber nun ist erst mal Schluß mit der Bergkraxelei. Der Niederrhein hat mich wieder. Und das ist auch gut so. Ich merke es nämlich jetzt an meiner Trainingspace, dass die schneller geworden ist.
Im Dezember und Januar werde ich noch ein oder zweimal auf den Üetliberg laufen, aber nächste Saison ist weitgehend Bergfrei geplant. Außer ab und zu mal ein Abstecher in die Schweiz...

Liebe Grüße
Renate

13.11. 6-Stundenlauf Troisdorf
27.11. Blumensaat-Lauf, Essen 10 Km
19.12. Hallen-Marathon in Born (NED)

mensch, das war ja echt ein

mensch, das war ja echt ein superlauf! ich freu mich mit dir! da brauchste wegen eines HM nicht lange überlegen. mach ihn einfach!
ein bissel beneide ich dich auch. nicht um die höhenmeter (als flachlandindianer ein graus), sondern um die schöne natur und die tollen aussichten ...
sei lieb gegrüßt - christiane

ich habe es noch gar nicht realisiert

@ SWaBS: Hier gibt es ausser Feldwegen fast nichts, was nicht Steigung oder Gefälle hat. Ich baue auch immer ein Steigungsstück ein und der Puls beruhigt sich dann nach eine Gewöhnungszeit, wenn man oft Steigung trainiert.

@ ibjuedes:Ich habe heute aus dem Fenster geschaut, die Sonne scheint, mein Berg erstrahlt in buntem Herbstlaub, aber
heute darf sich mein Huf erst mal wieder erholen, ich will ihn nicht ärgern. Aber es hat Suchtfaktor, das gebe ich zu und es wird mit der Zeit immer leichter.

@ rhinfo: Ja, den Uetliberg habe ich auch gestern gesehen und dahinter die schneebedeckten Alpen, zum Greifen nah.

@ mani pejuta: Für mich war das gestern auch ein kleiner Ersatz, weil ich den HM Ticino am kommenden Sonntag nicht laufen kann, auf den hatte ich mich so gefreut, aber so richtig Tempo machen traue ich mich doch noch nicht. Aber Hauptsache die Strecke ist mental abgespeichert, der Kopf entscheidet ja bekanntlich auch Läufe und ja, die Gegend hier, einfach fantastisch schön und wir entdecken immer wieder neue "Perlen", man braucht nur gut 60 km zu fahren und ist mitten in den Alpen.

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

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