Ich habe gerade das Interview mit Reinhold Messner bei stern online gelesen. Zwei Tote beim Zugspitz-Lauf ist tragisch - zweifelsohne! Mein Mitgefühl mit den Familien.

Ist aber nicht jeder für sein tun und handeln selbst verantwortlich? Es wurden, soweit mein Kenntnisstand, sogar Enthaftungserklärungen unterschrieben. Das heißt, jeder wusste um die mögliche Gefahr.

Dass Herr Messner solche Rennen verbieten will, halte ich persönlich für absoluten Mumpitz - dann sollten auch Expeditionen ohne Sauerstoff auf die höchsten Gipfel der Welt verboten werden. Schließlich kommen bei solchen Märschen auch Jahr für Jahr zahlreiche Teilnehmer ums Leben.

Was haltet Ihr von Messners Vorschlag?

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nochmal interview lesen und

nochmal interview lesen und verstehen: unterschied zw. 100 %selbstverantworteter mt.everest-expedition und vermeintlich organisator-verantwortetem berglauf mit 600 personen. sie haben seine zentrale aussage (noch) nicht erfasst.

Jawohl

ich bin ganz deiner Meinung.

Wenn es nach R. Messner gehen würde, dürfte außer ihm wohl gar keiner mehr in die Berge.

Die Familien können einem leid tun, aber die beiden Läufer nicht. Alle wurden vorher gewarnt und sogar aufgefordert warme Kleidung anzuziehen.
Manchen Leuten ist halt nicht zu helfen.

Aber nur weil es ein paar Ignoranten gibt kann man nicht gleich solche Veranstaltungen ganz verbieten.
Besser wären erweiterte Teilnahmebedingungen. Wie zum Beispiel vorgeschriebene Kleidung oder Schuhwerk.

Ich denke...

hierzu, dass wir alle, die wir nicht anwesend waren, uns besser keine Meinung dazu bilden sollten. Es gülte mehrere Unabwägbarkeiten ins Kalkül zu ziehen:
* den Berg und seine Eigenheite, insbesondere Wetterumschwünge
* die Kommunikation des Veranstalters (war sie wirklich so lax?)
* die individuelle Situation der Läufer bei 90% der Strecke und 180er Puls (wie sachlich arbeitet da noch das jeweilige Hirn?).

Ich traue mir beim besten Willen keine Einschätzung zu. Bleibt ein schales Gefühl zu Messner und seiner PR-Maschinerie und am allerschlimmsten: die Toten und ihre trauernden Angehörigen.

Helgman

Meine Meinung .. ..

... kann ich mir trotzdem bilden - auch wenn ich nicht selbst vor Ort war.

Jeder der sich auf einen solche Lauf einlässt muss wissen was er tut. Wenn Kollege Kelly durch die Wüste rennt weiß er, dass es heiß wird und wird wohl keinen dafür verantwortlich machen können, dass er am Ende einen Sonnebrand oder -stich hat.

Wenn ich mich darauf einlasse Autorennen zu fahren, kann ich keinen dafür verantwortlich machen wenn es zum crash kommt.

Die Situation vor Ort kann ich auch nicht beurteilen. Aber von einem, der mit mehreren hundert Leuten einen Berg hinaufstürmt - mit oder ohne Maske - und dessen Bruder sein Leben lässt, von einem solchen Mann hätte ich eine andere Einstellung erwartet. Das ist meine persönliche Meinung!

Hä?

Das verstehe ich nicht, also diese Antwort zumindest nicht. Was ist der Unterschied zwischen organisiertem Wettkampf den Berg hinauf mit 600 Teilnehmern die eine Enthaftungserklärung unterschrieben haben und einer Expedition mit mehreren hundert Teilnehmern im Everest die den Berg verschandeln?

Beides ist freiwillig, beides auf eigene Verantwortung, beides geht nicht ohne Vorbereitung.........

nicht nachvollziehbar

und voller Widerspruch in sich, das ganze Interview.
Der Bergsteiger kehrt rechtzeitig um, nur ein Beispiel dafür daß er sich in diesem Interview leider mehrmals nicht seine Leistungen bzw. Unternehmungen aus der Vergangenheit erinnert, Stichwort Nanga Parbat, dessen Besteigung mit ihm für seinen Bruder tödlich endete.
Wettläufe haben am Berg nichts verloren-
Wer wollte denn unbedingt die seven summits und alle Achttausender als erster besteigen?
Je älter er wird desto komischer werden seine Ansichten was die Auseindersetzung Gefahr und Berg betrifft.
Ich hatte auch schon mal das Privileg auf Juval mit ihm persönlich zu diskutieren, natürlich kann man eine Expeditionsunternehmung nicht mit einem Berglauf vergleichen, er tuts indirekt trotzdem, jeder der nicht vor Ort wart sollte beim Beurteilen dieses tragischen Unglücks sehr vorsichtig zu Werke gehen.
Das gleiche könnte rein theoretisch auch beim Brockenmarathon passieren etc. etc.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Darf ja nicht fehlen, daß

Darf ja nicht fehlen, daß die Dumpfbacke Messner auch noch ihren Senf dazu abgibt. Dazu erübrigt sich fast schon jeder Kommentar. Was heíßt "sogar" Enthaftungserklärungen? Die unterschreibt man normalerweise bei JEDEM Lauf, und sei´s der Zehner um die Ecke...

Wenn...

...Du es Dir da mal nicht etwas zu einfach machst. Wo soll denn da die Grenze für einen "solchen" (gemeint ist wohl "extrem") Lauf liegen? Liegt nicht in *jedem* Lauf ein gewisses Risiko, nur eben in unterschiedlicher Größe? Nee, nix gegen persönliche Meinung, von der ich Dich sicherlich nicht abbringen kann, aber das Thema ist nunmal hoch komplex - je mehr man drüber nachdenkt, desto schwieriger.

Ok, genug bekehrt für heute ;) Peace,

Helge

war selbst schon auf der

war selbst schon auf der Zugspitze, zu Fuß von Hammersbach aus. ist nicht schwierig zu gehen, aber halt anstrengend. wer auf solche Berge klettern, wandern oder laufen will, sollte wissen, was er tut - vorher!
Daß man unten bei 30°C loslaufen und oben im Nebel bei -2°C ankommen kann, ist nicht wirklich neu und kein Geheimnis.
Aus diesem Grund habe in dieser Höhe selbst bei 30°C Regensachen und genügend zu trinken im Rucksack - ich für mich und meine Leute - beim Wandern.
Wer dann dort hoch Laufen muß/will/kann muß das halt tun. Mich reizte das auch, aber ich glaube nicht um den Preis.
Meiner Ansicht nach sollte sich der Körper vorher melden und wenn man Warnsignale überhört... kann das nicht zwingend für alle anderen verallgemeinert und zur Regel gemacht werden.
Ich denke auch, bei diesen Extremläufen ist jeder für sich selbst verantwortlich - wie auch bei der Besteigung des Mount Everest. Wer dort in der Todeszone liegen bleibt hat Pech gehabt! Er wußte es vorher.
Beim Bergsteigen, Bergwandern oder -laufen besteht dann wohl die Kunst im Aufhören bevor es zu spät ist.
Gruß Schalk
PS: habe beim absoluten Flachmarathon in Berlin auch schon bei km 29 den Anker ausgeworfen, weil der Kreislauf Signale gesendet hat und auf den letzten 13km mal ebend so 15min liegen lassen. Ist halt so. Wär ich weiter gelaufen, wer weis...

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