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Hallo Jogmaper, Biel ist erfolgreich abgeschlossen. Hier mein persönlicher Rückblick. Ich bin sicher, dass andere, die schon dort gelaufen sind, eine ganz andere Meinung haben werden. Delhalb noch einmal, dass sind meine persönlichen Erlebnisse und Schlussfolgerungen.

Die Mission Biel ist erfolgreich abgeschlossen. Am Donnerstag um 4:33 Uhr ging es von Berlin per Bahn direkt bis Biel in der Schweiz. Die Nacht haben wir ohne Schlaf verbracht und auf dem Weg nach Biel im Zug geschlafen. Damit haben wir die innere Uhr für den Lauf, der um 22:00 Uhr startet, etwas verschoben. Den Tag haben wir mit Messe und EM auf Großbildleinwand verbracht. Pünktlich um 22:00 Uhr wurden ca. 2400 Läufer auf die 100km –Strecke geschickt. Die ersten drei km ging es durch die Bieler Innenstadt mit zahlreichen Zuschauern an der Strecke. Bis km 10 ging es dann nur Berg auf, auf das Höhenniveau, das sich zwischen 400 und 600 Höhenmeter einpegelte. Dann folgte ein langer Lauf durch die Nacht. Man sah kilometerweit nur lange Schlangen von leuchtenden Stirnlampen der Läufer. In den Ortschaften, die durchlaufen wurde, haben die Menschen die Nacht zum Tag gemacht. Sie haben gefeiert und die Läufer angefeuert. Ungemütlich wurde es gegen Morgen, bei 4° Lufttemperatur und durchnässten Laufsachen. Die Strecke ging ausschließlich auf Bitumenwegen, so dass die Fußsohlen durch das ständige Auftreten bei jedem Schritt brannten. Die ständigen Steigungen und Bergabstrecken sorgten dafür, dass man die Oberschenkelmuskel schon sehr intensiv spürte. Gegenüber dem Rennsteiglauf ist Biel eine Strecke, die bis auf wenige Ausnahmen, nur gelaufen wird. Auf dem Rennsteig waren auf Grund der Höhenunterschiede doch sehr viel Passagen, die gegangen wurden. Genau dieser Rennsteiglauf war für uns aber ein Motivationsfaktor. Das man vor kurzem erst 72,7 km geschafft hat, gab uns die Zuversicht, auch Biel zu schaffen. Mit dem Morgengrauen bei km 58 folgte eine 12 km lange Strecke mit sehr viel Wurzeln, Kopfsteinpflaster und angewalzte Kielsesteine. Hier spürte man beim Auftritt jeden Stein. Das war sehr unangenehm und machte zusätzlich mürbe. Hier sagt man sich „noch ein Marathon, 42,2 km“. Schon oft gelaufen, nur nicht nach 58 km die man schon hinter sich hat. Aber es hilft sich zu motivieren. Bei km 75 war der erste Muskelkrampf im Oberschenkel und in der Wade im Ansatz zu spüren. Mit Magnesium vom Läuferkollegen und Lockerungsübungen bei den Verpflegungsständen wurde diese Hürde bis ins Ziel auch gemeistert. Ab hier beginnt auch eine neue Erfahrung. Alles was jetzt noch kommt haben wir noch nicht gemacht. Hier erinnert man sich an die 25 km von Berlin, die man gerade vor kurzem gelaufen ist. Nur noch so eine kurze Strecke. Der Gipfel kam bei km 80, hier gab es eine Steigung, die nicht zu laufen war. Gehen war hier die einzige Chance, aber das war nach 80 km auch nicht mehr ganz ohne. Natürlich geht es, wie es bei Bergen so üblich ist, danach wieder Berg ab. Das gab den Muskeln im Oberschenkel den Rest. Auf den letzten 20 km war jeder Antritt in den Lauf nach einem Verpflegungsstand oder einer Gehpause zur Entlastung der Muskulatur nur noch mit Schmerz im Oberschenkel verbunden. Mit jedem weiteren km wächst aber auch die Zuversicht, dass man es schafft. Und mit diesem Gedanken produziert der Körper die Glückshormone, die Schmerzen nicht wegblasen, sie aber erträglich machen. Einzelne Kilometer kommen einem wie zwei und mehr vor. Ab km 75 haben wir uns immer wieder mit unserer Prämie motiviert. Ein gemeinsames Foto am Kilometer 99. Das habe ich im Vorfeld der Planung für diesen Lauf im Internet gefunden. Genau dieses Foto sollte es sein. Und wir haben es geschafft. Nicht nur das Bild bei km 99, sondern auch den letzten Kilometer. Dieser war durch die vielen begeisterten Zuschauer auf einer 500 m langen Zielgeraden der einfachste. Man wurde fast ins Ziel getragen. Nach 13:24:40 haben wir die Ziellinie überquert. Das ist Platz 1422 von 2348. Auch in meiner Altersklassen habe ich mit Platz 326 einen guten Mittelfeldplatz belegt. Für einen Neueinsteiger auf dieser Distanz eine akzeptable Leistung. Jeder der in Biel nach 100 km die Ziellinie überquert ist ein Gewinner, auch der letzte Läufer, der nach mehr als 20 Stunden eingetroffen (20:42) ist. Ein Tag nach Biel sind wir glücklich unser Ziel erreicht zu haben und das dieser Wunsch, einmal Biel zu laufen, in Erfüllung gegangen ist. Die Treppe geht rückwärts besser runter als vorwärts und auch die Füße sind schön geschwollen. Solche Nachwehen hatte ich das letzte mal bei meinem ersten Marathon im Jahr 2000. Eine weitere Erkenntnis hat dieser Lauf für uns auch gebracht. Unsere Ultralaufkariere, die mit dem Rennsteiglauf in diesem Jahr begonnen hat, ist mit dem 100er in Biel beendet. Dem Motto des Veranstalters, einmal Biel immer Biel, wollen wir nicht folgen. Diese Strapazen wollen wir nicht noch einmal haben. Unter dem Motte, zurück zu den Wurzeln, werden wir nach einer intensiven Regeneration weiterhin das Laufen genießen, aber nicht weiter als die Marathondistanz.
www.laufpark-stechlin.de

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Meinen Glückwunsch...

...und vor allem meinen allergrössten Respekt!
Der Rennsteig ist für mich schon sowas von utopisch... aber Biel übertrifft alles...das ist ein anderes Universum. ;)

Ich ziehe meinen Hut!

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

Wow!

*tierverneig* Gratulation zu deiner Leistung! Diese Strecke überhaupt zu schaffen, ist grandios, dann gleich so gut platziert zu sein - wahnsinn! Glückwunsch!!!

... sensationeller Bericht!

... sensationeller Bericht! Auch von mir die besten Grüße und Gratulation!

Was mich allerdings richtig verwundert, ist der Entschluss, keinen Ultramarathon mehr laufen zu wollen. In Büchern liest man meist, dass mit dem erfolgreichen Bestehen solcher Distanzen der Wille nach immer mehr geweckt wird.

Bin mal gespannt, ob es dabei bleibt ;)

Allpaus

Hallo Wolfgang,

ich denke, dass ich mit 25 Lebensjahren keinen Satz formulieren kann, der das von Dir geleistete annehernd beschreiben kann. Du sagtest ja, Ihr seid zu zweit gelaufen, selbige Hochachtung gilt auch Deinem Laufpartner.

Also, won ganzem Herzen: "Super, Weltklasse, Applaus, Respekt, Schapo, Hut ab"

Was Ihr in einer Nacht gelaufen seid, schaffe ich gerade einmal in 14 Tagen mit 6 Trainingseinheiten.

P.S. Wenn ich in Berlin im September nur 1 % Eurer Leidensfähigkeit aufbringen kann, dann ist mir um meinen 1. Marathon nicht bange.

In diesem Sinne.

Gruß Dennis

Stolpern darfst Du, doch wenn Du liegen bleibst, dann bist Du bereits tot.

Ultra-Glückwunsch

Ultra-Hochachtung.
Ich saß jetzt ungefähr 15 Minuten nach Deinem Bericht mit offenem Mund vor dem PC und hab nur gestaunt.
Eine überirdische, heldenhafte Leistung.
Ich bin begeistert und ergriffen.
Du kannst wirklich behaupten, etwas absolut außergewöhnliches erreicht zu haben.
Dir und Deinem Laufkumpel riesengroßen Glückwunsch.
Gruß, Marco
You´ll never staun alone

Ultra super Leistung! Gratulation!

100 km! Wahnsinn! Hut ab!

Dass ihr jetzt erst mal die Nase voll habt und absolute Regeneration braucht kann ich ja vollkommen nachvollziehen, aber dass ihr das nicht mehr machen wollt.. hmmm. Abwarten! ;-))

Wie auch immer ihr euch entscheidet - ich wünsche euch weiterhin viele schöne km!

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

Sicher??

Also, ich bin auch mal gespannt, ob es nach abgeschlossener Regeneration bei der Entscheidung bleibt, nie wieder Ultra zu laufen (grins).
Aber: mehrere Hüte ab für Deine/Eure Leistung!!! Ich finde schon den Marathon großartig und alles, was darüber liegt, ist noch (?) jenseits meiner Vorstellungskraft. Und danke für den sehr ehrlichen Bericht: meine Hochachtung wuchs mit jeder Zeile!
Super, toll gemacht!!!

Alle Achtung!

Gratulation für die geschaffte Distanz! Das ist schon Wahnsinn. Über 13h laufen, da fehlen mir glatt die Worte.
Da kannst du stolz sein.
Noch viele km wünscht
Laufspaß

Tolle Leistung

Herzlichen Glückwunsch, Wolfgang, zu deiner tollen Leistung.

Da bin ich ja mal gespannt, was ich im August nach meinem 1. Ultra an der Müritz zur weiteren Ultra-Karriere sage...

Gute Regeneration wünscht
Rainer

Leben ist Bewegung

100Km Biel

Hallo Wolfgang,

was soll ich dazu noch sagen?? Mein Allerherzlichsten Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung welche gar nicht
hoch genug zu Bewerten ist. Das gleiche gilt natürlich auch für Deinen Laufpartner. Da kann man echt nur noch ins Staunen verfallen und seinen Respekt aussprechen. Wünsch Euch gute Regeneration und freu mich schon auf unseres gemeisames Laufen mit Dennis und Daniel .

Hut Ab Thomas

super!

hut ab vor deiner Leistung, für mich liegt das jenseits meiner Vorstellungskraft.
aber man soll nie nie sagen, ein Vorbild bist du für mich allemal!

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Hochachtung,

Wenn`s läuft,läuft`s!Glückwunsch,toller Bericht,da kann man richtig mitfühlen,so lange laufen,unvorstellbar für mich.Schnelle Regenerationswünsche,Gruss kiki

Auch meine allerherzlichsten Glückwünsche!

Ich habe auch mit gelitten und geflucht auf dem Emmendamm. Wie gesagt ein erlebnisreicher Lauf, dessen Organisation stark verbessert werden kann und nicht ungefährlich.

Gute Regeneration,

Rollo911

PS: Ich hab' das Gefühl, als hätte ich im linken Fuß einen Ermüdungsbruch.

Ziel 2007 - 100 km in Leipzig erreicht! in 10:30:45
Ziel 2008 - 100 km in Biel erreicht! in 10:20:35
Ziel 2010 - 1204 km in 17 Tagen www.Deutschlandlauf.com

Ermüdungsbruch

Glückwunsch zur Zeit und den Lauf. Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe das gkeiche Gefühl im rechten Bein unten wo das Schienbein anfängt. Nach dem die Schwellungen im Knöchelbereich in beiden Beinen abklingen (Überlastung)macht sich dort bei jedem Schritt ein heftiger Schmerz bemerkbar. Da dort ja kein Muskel ist, kann es nur ein Knochenschaden oder eine Knochenhautentzündung sein. Ich werde noch Beobachten und wenn es nicht besser wird, einen Arzt aufsuchen.
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