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...laufend den Bergdschungel des Nordens zu erkunden.

Der Nordläufer ist ja an und für sich zwangsläufig eher ein Flachläufer (in Hamburg gibt es Verkehrsschilder, die vor 3% Gefälle warnen!). Und außerdem trainiert man ja üblicherweise eher auf planen Strecken.

Laufastra und ich beschlossen, da mal was gegen zu tun und wagten uns in den wilden Süden Hamburgs: Die Harburger Berge. Die heißen so, auch wenn es gar keine Berge sind. Zumindest nicht für jemanden, der in Sichtweite von irgendeinem deutschen Mittelgebirge aufgewachsen ist.

Marco hat also mit seiner Wandererfahrung eine schicke Strecke zusammengeklöppelt, die nicht nur unbekanntes, sondern teilweise nahezu unwegsames Gelände beinhalten sollte. So mit echten Steinen, Wurzeln, Geäst; nicht neben sondern auf dem Weg. Also ganz, ganz wild.

Das Höhenprofil der Jogmap-Strecke sah eher mild aus: Anstieg, weitgehend oben rumlaufen, nochmal runter und rauf und wieder runter, fertig. 16 Kilometer. Alles mehr oder minder Wanderwege mit mehr oder minder klarer Markierung. Außerdem ist Marco hervorragend orientiert und hatte einen (für ihn) aussagekräftigen Kartenausriss (durchaus wörtlich zu verstehen) dabei.

In der Praxis lief's dann etwas anders. Ja, es ging lange bergauf. Ja, da blieben wir auch eine Weile. Aber dann ging's echt über alle möglichen Stöcke und Steine, rauf und runter, den geplanten Weg liefen wir weitgehend, aber ein paar Umleitungen über Pfade (einen davon mit einer geradezu abenteuerlichen Steigung, habe sogar überlegt, die Hände zuhilfe zu nehmen) ließen sich kaum vermeiden.
Zwischendurch mal Asphalt oder planierter Schotter - wie angenehm! Besonders, da ich idiotischerweise mit den Nike Free 5.0 unterwegs war: Dank des nicht vorhanden Halts knäulten sich meine Mauken steil abwärts im Vorderschuh zusammen, dank der großen Kerbungen trug ich teilweise das halbe Unterholz an meinen Füßen spazieren. Nee, Nike Free und leichte Crossstrecke passen nicht so wirklich zusammen.

Geil war's auf jeden Fall und die Pace von 6'30" lässt nicht ahnen, wie anstrengend es war und wie häufig wir uns ziemlich nah an der HFmax befanden. Machen wir wieder. Ich dann auch mit ordentlichem Schuhwerk.

Das barfüßige Ablaufen auf der nahegelegen "Finnbahn" dagegen werden wird nicht wiederholen: Die Ministrecke um das HNT-Vereinsgelände war mal vor Jahren (vielleicht) eine Finnbahn, inzwischen ist sie größtenteils steinhart und in weiten Teilbereichen voll spitzer Steinchen ("Au! Au! Au! Au"). Nuja, danach waren wenigstens die Fußsohlen gut durchblutet.

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Geäst in Schuhen...

jaha, das kenne ich... Aus den Nike Free muss ich nach dem Laufen auch erst den halben Waldweg wieder rauspulen. Aber 16 km mit den Teilen??? Mahlzeit. nee, nee, für so was müssen meine Füßchen und Bänder noch kräftiger werden.

Oh ja.

Das mit dem vorhandenen Höhenprofil glaub' ich Dir. Ehrlich gesagt bin ich aber auf Deine geile Haus-Finnbahn schärfer als auf den Harz... ;)

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de nihilo nihil

Das mit den stärkeren Füßchen...

...geht schneller, als Du denkst. Inzwischen halte ich Leute, die damit ihre Marathon-Bestzeit laufen, auch nicht mehr für total bekloppt (für mich wär das aber auch noch nix).

Nur: Vor allem müssen bei heftigeren Wegen die Schuhe kräftiger werden, die sind einfach zu wabbelig - da nützt auch die beste Muskulatur nix.

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de nihilo nihil

"Berge"

Ja, die größenwahnsinnigen Hamburger nehmen irgendwelche Erdhaufen, nennen sie "Berge", laufen darin herum um sich einmal wie Sherpa Luis Messner oder wie der heisst zu fühlen.
Da ich ein Mann des Ausgleiches bin, interessiert mich sowohl die Brocken-Besteigung (ich hatte doch irgendwo noch ein Sauerstoff-Gerät:-)), als auch Deine persönliche Finnbahn.
Es gibt doch nichts, was ich nicht zumindest mal antesten würde.
Gruß, Marco
You´ll never brock alone
PS: Hab mit Freude registriert, das es bei Dir langsam (passend) beschwerdetechnisch-läuferisch wieder bergauf (noch passender) geht (weniger passend)

Schmunzel

Berge in Hamburg *schmunzel... und das muss ich als gebürtiger Bayer lesen.

Dann kann ich ja zukünftig zu unserem Chiemsee auch Meer sagen ;)

Wie ich schrieb...

...die heißen nur so. Das aber ganz in echt, kannste in jeder Karte nachschlagen.

"Harburger Berge" klingt aber immerhin besser als "Harburger Hügel".
Und sei froh, dass es "Chiemsee" heißt und nicht "Chiemmeer", das klingt nämlich ähnlich beknackt wie "Harburger Hügel"... ;)

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de nihilo nihil

Sone Sache mit den "Bergen":

Mein Winter-Bergersatz, ein im wesentlichen aus zwei Schutthalden bestehendes "Mickergebirge", erhebt sich in der Spitze grade mal knappe 40 Meter über die Mannheimer Rheinebene, braucht aber in Punkto Steilheit mit seinen brutalen Rampen keinen Vergleich mit irgendwelchen Mittelgebirgen zu scheuen. Nicht ganz so einfach, da auf meiner WP-Strecke den 7er-Schnitt zu unterbieten. Solche Hügel sind schon ganz passabel für die Vorbereitung auf Bergläufe etc. Ein relativierender Faktor ist allerdings die Kürze der Steigungen, die sich mit den kilometerlangen Anstiegen bei der Harzquerung oder auch dem Rennsteig nicht vergleichen lässt. Naja, dafür sindse "intensiver";-)
Im übrigen glaub ich nicht, daß die Hamburger beim Benennen ihrer Topographie dem Größenwahn verfallen waren. Kommt halt immer auf den Vergleich an. Früher war man mit ner Länge von 1,70 auchn Riese.

Schönes Restwochenende

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