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Benutzerbild von Forrest120

Voller Tatendrang breche ich samt Familie am Freitag Richtung Mönchengladbach auf. Klare Vorgabe: "In einem eleganten negativen Split die SUB 4 knacken".
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Schon die Hinfahrt steht unter keinem guten Licht, da ein LKW-Fahrer mit meiner Vorstellung des Reißverschlussprinzipes nicht übereinstimmt und meint meinen Kofferraum zu verkleinern. Nur leichter Blechschaden, insofern gibt es schlimmeres.

Nun zum Marathon:

Man hatte ja schon im Vorfeld den Eindruck, dass die Stadt Mönchengladbach in Verbindung mit den Organisatoren und dem Hauptsponsor Santander Bank etwas ganz Großes vorhatte. Das Event sollte auf einem 20.000 qm großen Areal stattfinden/starten. Borussiapark, Nordpark, Hockeypark, eigener Parkplatz für Teilnehmer, 3 weitere Parkplätze für Besucher etc. Aufwendig gestaltete Web-Seite.
Weniger pompös kleine Messe und ein paar kleine Zelte zur Startnummernausgabe, Merchandise etc. Grundsätzlich war beabsichtigt die Startnummern auf dem Postwege zu versenden. Insofern war lediglich ab 13:00 Uhr am Veranstaltungstag eine Startnummernausgabe vor Ort vorgesehen. Start sollte ab 16:00 Uhr erfolgen. Also eigentlich genug Zeit.

Am Samstag dann gegen 13:00 Uhr zum Veranstaltungsgelände gefahren. Teilnehmerparkplatz fällt aus, da überschwemmt. Starkregen am Vortag. Kann man nichts machen. Also weiter ins "Eventgelände" und einen Ersatzparkplatz gesucht. Erst mal keinen gefunden. Mehrere Absperrungen durchfahren, aber keinen Parkplatz gefunden. Und schon gar keinen Hinweis wo denn die Startnummernausgabe ist. Also einen Mitläufer gefragt, der das Problem gelöst hatte. Links rum bis kurz vors Ziel und dort unberechtigterweise parken. Dann zwei freundliche Helfer fragen wo die Startnummernausgabe ist und fünf Minuten später war ich im Besitz meiner Startnummer. Ein wenig Beschilderung hätte die Angelegenheit entspannter gemacht.

Wo ist das Shirt. Bezahlt war es, also mal am Merchandise fragen. Mit der Startnummer in der Hand nach meinem bezahlten T-Shirt gefragt. Da offensichtlich irgendwelche Listen nicht vorlagen, gab es das T-Shirt nur gegen Buchungsbestätigung. Hatte ich nicht mit. Ein Leidensgenosse hatte wenigstens die Bestätigungsmail auf seinem Handy. Und ich erinnerte mich, dass ich einen Account hatte und dort mein Konto drin ist. Also eingeloggt und gezeigt. Tatsächlich T-Shirt bekommen. An dieser Stelle T-Shirt qualitativ sehr gut. Uhrzeit 14:00 Uhr. So kurz noch zurück zu meinen Eltern. Wetter zu diesem Zeitpunkt ganz o.K.. Hin und wieder regnet es ein wenig.

Zuhause umgezogen und gegen 15:30 Frau und Kinder in der Innenstadt abgesetzt -ca. Kilometer 14,00 der Strecke- und weiter Richtung "Event". Gegen 16:00 Uhr biege ich von der Autobahn ab. Nicht das irgendwie ein Parkplatz ausgeschildert wäre. Auffallend ist auch, dass am Ziel ca. gefühlte 30 Rettungswagen auf das Event warten. Wenn ich bedenke, dass 438 Marathon laufen wollten und vielleicht 1000 Halbmarathon ganz schön aufgerüstet. Entlang der Strecke war ja auch noch einiges unterwegs. Auch Toiletten ohne Ende. Kann ja nicht schaden, aber gibt es die umsonst? Gefühlt mehr als in Berlin. Für ein Schild Parkplatz oder die Aktivierung des Parkleitsystems war dann wohl keiner zuständig. Egal die vor mir hatten das gleiche Problem, vielleicht aber mehr Ahnung. Also hinterher. Einem Ordner zugenickt, der bestätigt und so hatte ich ca. 200 Meter vom Start einen Parkplatz. Geht doch. Austeigen mit Gel bestücken und noch eine halbe Stunde aufgeregt sein. Da höre ich doch in meinem Rücken an einem Fahrzeug:" Alle Läufe abgesagt"! Wie bitte? Unsicherheit. Mittlerweile ca. 16:25 Uhr. Da wurde über Facebook mitgeteilt, dass aufgrund einer amtlichen Unwetterwarnung die komplette Veranstaltung abgesagt ist. Blick nach oben, Unwetter? Natürlich hatte man von den Unwettern in der letzten Woche mitbekommen und auch von Rock am Ring. Aber jetzt vor Ort war nix. Und es sah auch nicht so aus. Auch eigen genutzte Wetter Apps und Regenradar ließen nicht auf ein Unwetter schliessen. Warm war es . Na und, wir sind ja schließlich vorbereitet. Einige weitere Rückfragen machten es dann endgültig. Die Veranstaltung wurde komplett abgesagt.

Es kam wie es kommen mußte. Wetter war o.K.. Kam kein Unwetter. Ich weiß nicht ob Regen ein Grund ist. In Salzburg hatte ich Wasser in den Schuhen und wo sonst noch. Selbstverständlich geht die Sicherheit vor. Aber wenn unsere kleinen Wetter-Apps nichts von einem Unwetter wissen, was hat dann die High-Tech Wettervorhersage da prognostiziert. Es ist klar, dass man enttäuscht ist. Ich habe Verständnis, dass man bei einer amtlichen Wetterwarnung nicht anders kann. Ich glaube auch, dass es den Veranstaltern nicht leicht gefallen ist.

Tut mir leid, da hat jemand gewaltig gepennt. Die Wettervorhersage der Läufer war offensichtlich besser, als die der Veranstalter. Und richtiger. Vielleicht doch mal mehr auf´s Handy gucken.

Insgesamt hätte es sicher eine schöne Veranstaltung werden können. Vielleicht ist weniger manchmal mehr.

Ehrlich gesagt hatte ich den Eindruck, dass man versucht ganz schnell auf das Niveau der ganz großen Marathonveranstalter zu kommen. Davon ist man meilenweit entfernt. Viele Toiletten und eine Armada an Rettungswagen reicht dann wohl doch nicht. Vielleicht mal bei den kleineren persönlicheren Marathons ein wenig in die Lehre gehen. Ich für meine Begriffe möchte mich auf diesem Wege gerade beim Rursee und auch Kyffhäuser, aber sicher auch viele andere, die ich noch nicht besucht habe, ganz herzlich bedanken. Das läuft.

Läßt sich leider nicht mehr ändern. Irgendwann laufe ich den Marathon trotzdem. Bis dahin habe ich mal den Himmelsweglauf dazwischen geschoben.

Euch wie immer viel Gesundheit und noch viele reibungslose Veranstaltungen.

Gruß
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Hm....tja. Also ich kann

Hm....tja.
Also ich kann deine Enttäuschung total gut verstehen! Wäre ich auch.
Aber genau wie meiner Tochter, die gestern total angepisst, enttäuscht, traurig vom Ring zurückkam kann ich dir nur sagen:
Ich bin froh, das ich so eine Entscheidung nicht treffen muss! Denn egal wie, hinterher ist man immer schlauer.
Ich möchte nicht die Verantwortung für Verletzte oder gar Tote übernehmen. Dazu den Stress mit Anwälten, Staatsanwalt, Versicherungen, Polizei...Horror!
Gut möglich, das dieser Veranstalter noch zu klein für solch ein Event ist, aber immerhin nimmt er seine Fürsorgepflicht ernst.
Trag's mit Fassung. Shirt haste ja....
Und der nächste Marathon wird dann deiner!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Muss ich gleich mal antworten,

da ich nicht möchte, dass Missverständnisse aufkommen.

Erstens war Mönchengladbach zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd mit Mendig vergleichbar. Es ist vollkommen richtig, dass die Sicherheit vorgeht. Und natürlich ist man hinterher schlauer.

Es ist aber auch so, dass die Mehrheit der Läufer sich schon grundsätzlich mit dem Wetter beschäftigt. Ich laufe nicht 42 Kilometer durch die Gegend und habe keine Ahnung vom Wetter. Die Problematik, die vorrangig da war, waren schwüle 26 Grad. Auf keiner Wetter APP stand etwas von einem Unwetter in dem Raum. Auch wurde es für Mönchengladbach m.E. nicht in den Medien gemeldet.

Laut Mitteilung der Organisation hat es sich um eine amtliche Unwettermeldung des Deutschen Wetterdienstes gehandelt.

Es ist ja richtig, dass es um 15:00 Uhr heftig geregnet hat. Man hatte sich ja wohl auch entschlossen den Start um eine halbe Stunde zu verschieben.

Im Zusammenhang mit den Unwettern der vergangenen Woche haben sich doch einige schlaue Meteorologen zu Wort gemeldet und deutlich gemacht, was die aktuellen Wettersysteme können. Hier lag man offensichtlich deutlich daneben.

Aber ich bleibe dabei. Viele Läufer können mit Wetter umgehen. Verständnis ist das eine, aber ich habe viele verwunderte Gesichter gesehen.

Die Veranstaltung ist eben auch nicht klein, nur eben zu wenige Starter. Das ist aber eine andere Geschichte.

Wenn das stimmt was die Organisatoren momentan auf ihrer Web-Site posten, dann hatten Sie ja tatsächlich keine andere Wahl als abzubrechen. Klar ist, dass eine amtliche Unwetterwarnung nicht ignoriert werden kann. Insofern alles richtig gemacht. Nur meinte der Deutsche Wetterdienst wirklich Mönchengladbach zwischen 17:00 Uhr und 23:00 Uhr?

Grüße
Stefan

Ohne Unwetterwarnung

Sind bei uns am Samstag innerhalb von 1,5 h drei Rückhaltebecken mit ges. 388.000 cbm übergelaufen, Straßen weggerissen und sehr viele Leute obdachlos geworden. Wetter ist eine sehr lokale Geschichte und wenn ich nach den tollen Apps gehen würde, dann hätte ich Freitag vor ner Woche ein Konzert in Köln im Trockenen erlebt. Stellt sich die Frage, wieso ich bis zu den Knien nass war ;o)
Trag es mit Fassung, hätte der Lauf stattgefunden und das Unwetter wäre gekommen, wäre der Veranstalter verantwortungslos gewesen.

Und Rursee ist eh viel schöner ;o)

LG,
Anja

Falsche Frage

Die eigentliche Frage ist doch, warum angesichts der Wetterlage der Lauf nicht schon 24 h vorher abgesagt wurde. Dann hätten sich viele die Anreise sparen können.

kann dich verstehen

ich würde mir dieselben Fragen stellen!
Dennoch: Ich war 2008 beim Halbmarathon in Ehrwald, als tags zuvor beim Zugspitzmarathon zwei Läufer starben... Die Wetterlage war schon samstags klar, abgesagt wurde dann - wie man heute weiß - zu spät. Weil nämlich im Jahr zuvor die Strecke verkürzt worden war wegen Wetter und viele sich beschwert hatten.
Also: Vollstes Verständnis für den Veranstalter, der kein Risiko eingehen wollte, und für die Läufer, die angesichts der tatsächlichen Wetterlage frustriert sind! Wäre ich auch!

Übrigens hatten wir hier Unwetterwarnung für Samstag. Runter kam es dann sonntags im Nachbarort.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

joa, is echt ärgerlich...

...aber ich denke, der veranstelter hat es sich nicht leicht gemacht. bedenkt man die investition in die vorbereitung, gerade, weil es der erste in MG war. ich hatte den auch auf dem schirm, weil unser sohn dort wohnt, war mir aber zu dicht nach dem steich.
also der veranstalter trägt die verantwortung und wetter-app der läufer hin oder her: was ausschlaggebend ist, ist die wetterinfo, für die sich der veranstalter entscheidet. und wenn man in der letzten zeit mal die wettervorhersagen gesehen und vor allem gut zugehört hat, dann klang da zwischen den zeilen der wetterfrösche immer heraus, dass auch sie nicht wirklich exakt voraussagen können, wann das unwetter an welchem ort zu welcher zeit zuschlägt. (siehe beitrag von anja bongard).
klar, wäre ich auch sauer, wenn ich mich auf nen mara vorbereitet hätte und der würde so extrem kurzfristig abgesagt. und ja, da setzt meine kritik ein, wie strider schon sagt: warum erst so kurzfristig? seit tagen ist die wetterlage unsicher.
tja, doof das alles. aber egal. mund abwischen, ersatz suchen und dann nächstes jahr nochmal ansetzten...
____________________
laufend würde nächstes jahr auch gern in MG starten, wenn's passt: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Ich hatte mitbekommen,

dass die MG-Starter am nächsten Tag in Duisburg zu ermäßigten Konditionen starten konnten. War aber auch eine reine Hitzeschlacht bei zuerst feuchter Schwüle und hinterher gnadenloser Asphalthitze.

Bei den Wetterwarnungen und den schlauen (äh, genauen?) Vorhersagen bei sehr lokalen "Einschlägen" habe ich vollstes Verständnis für den Veranstalter.

Und klar übt jeder Veranstalter beim ersten Mal. Vielleicht tust Du es Dir mal an eine solche Veranstaltung von der anderen Seite zu betrachten und viele Deiner Verbesserungsvorschläge umzusetzen?

Nun hoffe ich auf einen schönen Start für Dich bei einer anderen Veranstaltung!

unprofessionell

Hey Forrest,

da meine Lauffreundin in MG Action Town wohnt, wollte sie mit mir als Coach/Pacemaker hier ihre Marathon-Premiere feiern. Und ich muss sagen, ich fand das Ganze im Nachhinein (aus der Erfahrung meiner bisherigen 12 Marathons "rund um die Welt") extrem unprofessionell:
- keine Startnummerausgabe am Vortag - kenne ich bisher nur von kleinen Volksläufen;
- Verlegung der Parkplätze ohne vorherige E-Mail-Info (wie Du geschrieben hast);
- praktisch keine Beschilderung der Örtlichkeiten auf dem weitläufigen Stadiongelände;
- und dann passend die Spontanabsage eine halbe Stunde vor dem Start: Wenn man "amtliche Warnungen" beachten wollte, hätte man den Lauf schon einen Tag vorher absagen können. Und natürlich gab es an dem Nachmittag tatsächlich kein Unwetter in MG
- Auch den nachträglichen Umgang mit uns Läufern finde ich enttäuschend: Duisburg war kein passender Ersatz, wenn man am nächsten Tag schon anderweitig verplant ist (abgesehen davon, dass man trotz des Nachlasses natürlich nochmal blechen musste). Und warum man einen Rosenmontagszug 3 Monate später nachholen kann, einen Marathon aber nicht, verstehe ich auch nicht ganz.

Ich werde nun meine Lauffreundin überreden, ihren ersten Marathon nächstes Jahr in Düssi zu laufen. Gladbach ist halt doch Provinz...

LG, O.

Totalausfall trifft es

Den Ausführungen von Forrest stimme ich absolut zu.

Ich würde sogar noch einen draufsetzen, so ärgerlich war das Ganze. Ich bin mir durchaus im Klaren, dass, wenn man kritisch berichtet, gerne 'auf die Mütze' bekommt, bin aber der Meinung, dass, wenn etwas wirklich Mist ist, das auch sagen zu dürfen (oder sogar zu müssen). Vlt wird's ja dann besser...

Nun denn: ich bin meist kurzentschlossener Wettkampfläufer, und habe mich für den MG-Marathon ca. 3 Std. vor dem geplanten Start durchgerungen. Wetter war heiß. Ein Gewitter lag (wie fast jeden Tag momentan) in der Luft. Ich also ins Auto und nach MG. Da ich weder Fußballfan, noch in MG zuhause bin, kenne ich mich im (Retorten)Nordpark nicht aus. Vor dem Lauf wurde empfohlen auf Parkplatz 'P4' sein Auto abzustellen. Prima! Danke für den Hinweis! Nur: es gab oder gibt irgendwie keinen Parkplatz 'P4'. Nach mehrmaligem Auf- und Abfahren der Zufahrtsstraße und schon fast wieder Umkehrens habe ich (einige Wutausbrüche später, da die Zeit weglief) eine sehr nettes Helferlein der Verstaltung befragt. Nur gebracht hat es nicht viel. Wieder ein Ründchen später die nächste Frage ans nächste Helferlein. Diesmal ging's besser und die Autos wurde durch den Nordpark zu einen Parkplatz geschlängelt. Ich habe übrigens rein zufällig genau den Richtigen befragt: die Zufahrt hätte ich nie im Leben gefunden. Zu dieser Zeit ging bereits ein heftiges Gewitter mit Starkregen nieder. Danach besserte sich das Ganze merklich.

Ausschilderungen vom Parkplatz aus habe keine gesehen. Nix. An jeder Ecke habe ich fragen müssen, wo es lang geht. Ich war sogar im Bankgebäude der Santander selbst!!! Und dort war ich nicht alleine!!! Surreal, eine nette Bankmitarbeiterin zu fragen, wo man sich für einen Marathon nachmelden kann:-)))) Nach einem Fragenmarathon, habe ich dann das Zeltchen entdeckt. Nachmeldegebühr 85 Euro!! (dazu gleich mehr). Nun ging es daran, dass man ja auch sein Laufhöschen anziehen muss.... Im Zelt: keine Chance -> proppevoll. Also draußen.

Wir sind eine relativ große Laufgruppe von ca. 20 bis 30 Leuten, die sich zu den verschiedensten Disziplinen gemeldet hatten. Alle standen draußen und haben sich um ein Bierzeltbänkchen gedrängelt:-)) Mehr Platz war nicht. Auf einem Bein hüpfend in die Buxe, irgendwie den Rucksack ans Bänkchen rangefummelt. Überall von allen Läufern Klamotten, eine absolute Katastrophe. Vorher war wohl schon riesiges Durcheinander bei der Startnummernausgabe der Staffeln. Alles nicht schön... Dann die Absage, wegen vom Vorredner besagter Unwetterwarnung. Also Rückzug! Die Nachmeldegebühr habe ich übrigens nach kurzem Hin und Her komplett vor Ort erstattet bekommen. Dem Veranstalter musste ich jedoch kurz ernst in die Augen sehen... Ging dann aber.

So, das dazu. Bei der ganzen Geschichte stellen sich einige Fragen. Ich bin selbst schon lange Langstreckenläufer und bin jede Menge Wettkämpfe der unterschiedlichsten Art gelaufen: groß, klein, lang, kurz, Stadt, Land, rauf, runter, was weiß ich. Ich glaube also, mir ein einigermaßen objetives Bild machen zu können über das, was man machen KANN und über das, was eher nicht sooo doll ist. Sowas wie in MG habe ich jedoch von der gesamten Idee her noch nie mitbekommen:

Start und Ziel mitten in der Pampa. Eben in diesem Nordpark. Jedoch vor einer großdimensionierten Bühne. Daher wahrscheinlich auch die Vielzahl der Toilettenhäuschen:-) Aber: ich weiß, in welchem Zustand ich nach einem kompletten Marathon bin. Ich hätte mich also nicht feiernd nach dem Lauf vor der Bühne gesehen..... Wer sollte da eigentlich stehen??? Die Bühne war ein riesen Ding. 'Fremdpublikum' wohl kaum. Es sei denn, die hätten alle Parkplatz 'P4' gefunden:-))))

Über die Nachmeldegebühr von 85 EUR haben wir unsere Witzchen gamacht und gemutmaßt, irgendwo auf dem Gelände die 'Chili Peppers' gesehen zu haben oder das wohl mindestens mit einem Auftritt von 'Maiden' zu rechnen sei (oder Helene Fischer, wem's lieber ist:-))). Wir hatten zwei Frauenstaffeln am Start, die eine exorbitante Startgebühr gezahlt haben. Die Mädels hätten auch während des Laufs wie bei einem Karnevalszug Eurostücke in die sicherlich riesigen Zuschauermengen werfen können, das wäre günstiger gewesen.

Wieso startet man - entgegen aller anderen Läufe auf dieser großen, weiten Welt - Anfang Juni einen Marathon nachmittags?? Wahrscheinlich, weil danach Bands auf der erwähnten Bühne spielen sollten. Prima. Aber: huhu!!! Hat auch jemand an uns Läufer gedacht? Ja, haben die. Daher nämlich die ganze Armada Rettungsfahrzeug (Forrest hat das schon ausgeführt). Die Organisation hat schon im Vorfeld damit gerecht, dass wir alle zusammenklappen:-))) Danke für die Fürsorge.

Über die Streckensperrungen haben sich, wie man hörte, logischerweise eine ganze Reihe Anwohner im Vorfeld beschwert. Das ging wohl bis vors Gericht. Ob das nun mehr oder weniger Spießer sind, darüber kann man diskutieren. Sportlich ist es jedenfalls, eine Großstadt am Samstag 'dichtzumachen'. Sehr mutig: Hut ab!! Kurz vor der Veranstaltung brannten jedenfalls unsere What'sApp-Gruppen: "Ich komm nicht weiter, alles gesperrt", "Ich kenn mich nicht aus und stecke hier irgendwo fest" usw.

Zu den Wetterverhältnissen ist schon von den Vorrednern alles gesagt worden. Abschließend ist von meiner Seite aus festzuhalten, dass das gesamte Konzept völlig überdacht werden muss. Allen zu gefallen und alles auf einmal zu wollen, funktioniert im Leben selten, bis nie. Man kann nicht Musikveranstaltung und Marathon auf einmal sein. Wer einen Marathon in unseren Breiten Anfang Juni nachmittags startet, MUSS damit rechnen, dass es knallheiß ist oder dass Gewitter niedergehen. Damit sind ALLE Läufer ernsthaft gefährdet. Das man sagt: "Ja, das war nun Lehrgeld; Die müssen noch üben; War ja der erste Versuch, usw" lasse ich nicht gelten: Wer hohe Startgelder kassiert und sich selbst den Hut der absoluten Professionalität aufsetzt, muss sich an seinen eigenen Maßstäben messen lassen. Oder war man schlicht so arrogant, sich über haufenweise Wettkampferfahrungen hinwegzusetzen und zu sagen: "Interessiert uns alles nicht, wir machen das hier in Gladbach ganz anders und - natürlich - alles viiiel besser!" Tja, Jungs, dat ging inne Buxe! Aber mächtig.

Richtig leid tun mir die Athleten, die eine weite Anreise hatten und sich auf einen tollen, professionellen Lauf gefreut haben. Diesen Leuten sage ich: nicht alle am linken Niederrhein sind (so) jeck. Helau und Allaf!!!

Danke für die letzten Ausführungen, ............................

ich dachte ja schon, dass ich eine falsche Veranstaltung kommentiert habe. Dank der letzten beiden Ausführungen weiß ich, daß ich doch in Gladbach war.

Eigentlich alles gesagt, möchte aber trotzdem kurz noch etwas klarstellen.

Unterschwellige Vorwürfe wie erst mal besser machen, lasse ich grundsätzlich gelten. Hier war es aber doch etwas anders.

Zunächst einmal muss man bedenken, dass hier nicht die LG Mönchengladbach-Holt -sofern es die überhaupt gibt- Ausrichter war. Wenn ein Verein mit gröter Anstrengung eine Laufveranstaltung organisiert, dann verdient das den größten Respekt. Das habe ich schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Und wenn dieser Ausrichter die Veranstaltung absagt, bin ich dabei, wenn wir uns den Schaden alle teilen.

Hier war es aber anders. Es ist richtig, dass ich kritisiert habe und es erst einmal besser machen muss. Der Unterschied ist aber, dass ich nicht auf dem Marktplatz gestanden habe und lauthals gerufen habe "Ich kann Marathon veranstalten".

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es keine Laufveranstaltung war, sondern ein "Event". Kann man machen. Und gleich ein Event mit "Alleinstellungsmerkmal". Musik und Laufen. Na dann.

Organisatoren, Ausrichter und Beteiligte die Santander Consumer Bank, die Hockeypark Betriebs GmbH, irgendwelche Eventagenturen und sicher auch unterstützend die Stadt Mönchengladbach. Ein Gelände größer als der Startbereich in Berlin. Die Frage die sich mir heute noch stellt ist, ob die Priorität auf Laufen lag oder auf Musikevent. Es wurde ja sehr viel propagiert welche Bands an den verschiedenen Hotspots auftreten. Ob es Pacemaker gibt oder Einteilung in Blöcke habe ich allerdings nicht gefunden. Auf einer interaktiven Streckenkarte waren dann Blöcke wohl angezeigt. Alles sehr fragwürdig. Richtig ist, dass man am Veranstaltungstag über die Wiese nicht trockenen Fußes zur Startnummernausgabe kam. Da hatte es ja schon geregnet. Alles in allem war ich nicht der Einzige der große Orientierungsprobleme hatte.

Wenn die auf Facebook veröffentliche Unwetterwarnung ausschlaggebend für die Absage war, dann bin ich noch mehr überrascht. Ich weiß nicht ganz wie viele Zuschauer in den Borussiapark gehen, aber sicher mehr als 40.000. Unterstellen wir einmal, dass diese Unwetterwarnung vor einem Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid gekommen wäre. Absage? Eher nicht.

Erscheint die Mitarbeiterin/ der Mitarbeiter der Santander Bank, der jeden morgen mit dem Fahrrad ins Büro kommt aufgrund einer Unwetterwarnung nicht. Bestimmt volles Verständnis.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass in den sozialen Medien volles Verständnis für die Absage herrscht. Ganz zu schweigen, dass die wirtschaftlichen Verluste für den Veranstalter bedauert werden. Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung für die Santander Bank einen extra Hilfsfonds auflegt.

Wenn richtig kalkuliert wurde und man die Erwartungshaltung nicht völlig überdreht hatte, dann kann ja kein Verlust eingetreten sein. Wir Teilnehmer haben ja bezahlt.

Und großzügiger Weise dürfen wir im nächsten Jahr unser Startgeld dann doch ablaufen.

Zusammenfassend möchte ich nur erwähnen, dass mich sauer macht, dass hier niemand von den Veranstaltern Fehler einräumt. Im Gegenteil man brüstet sich noch mit dem Angebot, dass wir nächstes Jahr kein Startgeld zahlen müssen und die Santander Bank trotz des Ausfalles 10 EUR pro Teilnehmer spendet.

Wenn man bedenkt, was an einem Fußballwochenende da an Kohle durchgezogen wird, sind wir paar Läufer wirklich Peanuts.

Trotzdem die paar Kritiker -mich eingenommen- sind tatsächlich in der Unterzahl.

Insofern Santander Marathon Mönchengladbach: "Alles richtig gemacht".

Grüße
Stefan

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